Zeitverzögerung

Ich habe im April gar nicht so viel gelesen. Oder gehört. Trotzdem sind drei Buchvorstellungen erschienen. Das liegt an einer gewissen Zeitverzögerung. Eigentlich versuche ich direkt nach der Lektüre einen kleinen Post zu schreiben. Dann ist das Gelesene noch frisch. Diesmal passte es nicht ganz und ich habe sozusagen meine Leseerfahrung über den Monat gestreckt. Was auch ganz gut ist, im Moment hänge ich bei Der Name der Rose fest und mit meinem aktuellen Lesetempo, das Buch liegt gedruckt bei mir, sowie der Seitenzahl des mittelalterlichen Buchkrimis, würde hier auf dem Blog möglicherweise einen ganzen Monat Saure-Gurken-Zeit herrschen.
Wäre das schlimm? Nicht wirklich schlimm, aber ich finde es schöner, wenn wöchentlich etwas im Blog erscheint und im April ist es tatsächlich das erste Mal so extrem gewesen. Meistens schreibe ich ein oder zwei Tage vorher, sprich Montag oder Dienstag, damit es regelmäßig mittwochs erscheint.

Dabei fällt mir auf, wie eingefahren meine Lesegewohnheiten sind…
Der April ist auch in einer anderen Hinsicht eine Ausnahme. Ich habe keine Phantastik gelesen, nicht einmal Fiktion. Drei Bücher von interessanten Frauen mit interessanten Geschichten. Wibke Bruhns Familiengeschichte hat mir im Nachhinein am besten gefallen. Nicht nur inhaltlich, auch vom Stil. Dass es drei weibliche Autoren waren, war übrigens reiner Zufall. Es waren Bücher die ich schon länger lesen oder eben hören wollte und es passte ziemlich gut in meine Lustlosigkeit auf Horror und Co. Ehrlich gesagt, tat es richtig gut mal etwas anderes zu lesen. Beziehungsweise etwas Nicht-fiktionales; Romane aus anderen Genres lese ich ja schon ab und an. Tatsächlich habe ich momentan mit Der Herr der Augenringe eine leichte Lektüre neben mir liegen, die mich mit Tolkien anfixt.

Mitte/Ende März hatte ich mit Der Gesang der Flusskrebse ein Hörbuch vor mir, welches die fiktionale Geschichte eines Mädchens/einer Frau erzählt. Erst verlässt die Mutter, dann die Geschwister und schlussendlich der Vater das Mädchen. Alleine wächst sie in einem Sumpfgebiet auf. Es entspinnt sich eine Liebesgeschichte und dann ein Krimi. Ich fand das Ganze langweilig. Deswegen habe ich darüber auch nichts geschrieben, ich will vergeudete Zeit keine besser nutzbare hinterherwerfen. Wenn mich wirklich etwas ärgert, dann ist es etwas anderes. Es ist meine Warnung an mein zukünftiges Ich, ein entsprechendes Buch nie wieder anzufassen.

Nicht ohne meine Tochter – Betty Mahmoody

Betty Mahmoody - Nicht ohne meine TochterNichtsahnend fliegt Betty Mahmoody zusammen mit ihrer kleinen Tochter und ihrem persischen Ehemann für einen zweiwöchigen Aufenthalt in den Iran. Bereits nach wenigen Tagen muss sie feststellen, dass ihr Mann sich immer mehr verändert.

Betty Mahmoodys Buch Nicht ohne meine Tochter setzt 1984 ein. Zu der Zeit sind Betty und Sayed bereits ungefähr sieben Jahre verheiratet und haben eine vierjährige Tochter. Sayed verließ Persien 1957 für ein Studium in Großbritannien und emigrierte 1961 dauerhaft in die USA. In der Schilderung von Betty war er ein durch und durch westlich angepasster Arzt.

1984 will Sayed seine Familie in der nunmehr Islamischen Republik Iran besuchen. Betty hat  Bedenken, was sich darin äußert, dass sie ihren Eltern das Urlaubsziel verheimlicht, trotzdem willigt sie letztendlich ein.
Alles beginnt bereits kurz nach der Landung: Sayed nimmt die Pässe seiner Frau und der kleinen Mahtob aus vorgeschobenen Gründen an sich. Aus geplanten zwei Wochen werden 18 Monate, die mit einer Flucht über die Türkei enden.

Es entwickelt sich alles relativ schnell. Aus einem scheinbaren westlichen Ehemann und Vater wird ein kalter, fauler Tyrann. Seine Gewaltexzesse und die Kontrollsucht werden dabei von seiner Familie und der Gesellschaft akzeptiert oder gar befeuert. So späht Sayeds ältere Schwester, in dessen Haus sie wohnen, ungeniert Betty aus, sie ermuntert ihn sogar strenger zu ihr zu sein. Eine angebliche Freundin, der Betty von den Fluchtplänen erzählt, verrät alles ihrem Mann, der droht wiederum Sayed alles zu erzählen. Es ist eine Welt, in der selbst die eigene Tochter langsam aufzugehen scheint und sich Betty nicht sicher fühlen darf. Und trotzdem findet sich in all dem Schmutz, auch buchstäblich, ein wenig Hoffnung. Gerade ein geistlicher Verwandter Sayeds wird zum Fürsprecher seiner Frau. Lehrerinnen der Tochter sehen weg und ein Händler, der selbst in den Westen flüchten möchte, hilft der Mutter mit ihrem Kind. Eine bewegende Geschichte.

Ist das Buch lesens- beziehungsweise hörenswert? Die Sprache ist einfach, es erwartet einem keine gehobene Kost, einzig die Geschichte muss einen fesseln. Es ist wie eine Fliege zu beobachten, die versucht, sich aus einem Spinnennetz zu befreien. Langsam entspinnt sich alles, manchmal gibt es allerdings Rückschläge. Dazu ist es die Geschichte einer Frau, die in einer patriarchalen islamischen Gesellschaft gefangen und unterdrückt wird. Beeindruckend mit welcher Energie Betty sich und ihre Tochter befreit hat..

TitelNicht ohne meine Tochter
AutorinBetty Mahmoody
SprecherinNina Petri
Dauer7 Stunden 26 Minuten (gekürzt)
ISBN 9783785750827
VerlagLübbe Audio
Erschienen03/2015

Herbstmilch – Anna Wimschneider

Im Moment faszinieren mich Erinnerungen und Biografien. Nach Wibke Bruhns Meines Vaters Land habe ich mir ein weiteres Buch aus meiner Liste der vergessenen Bücher geschnappt. Wer den Titel Herbstmilch hört, denkt vermutlich an den Film. Das geht mir ähnlich. 1988 war das der Blockbuster in der Bundesrepublik. Mit ihm sollte das neue Zeitalter des Heimatfilms eingeleitet werden. Ich musste ihn sehen, weil meine ältere Schwester und meine Mutter ihn sehen wollten. Als kleiner Stöpsel fand ich den Film auch eher mäßig. Erst in späteren Jahren hörte ich immer mal wieder von dem Buch und seinen Wert… Also genau das, was einem von jemanden erzählt wird, der eigentlich nie liest, aber jenes Mal ausgelesen hat. Vielleicht merkt man es, meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

Dabei will ich nicht ungerecht sein. Wimschneider hatte das Manuskript innerhalb weniger Wochen in zwei Schulheften als Erinnerung für ihre Kinder niedergeschrieben. Ein Buch sollte daraus nicht werden. Die Idee seine Lebensgeschichte für die Familie aufzuschreiben, ist an sich sehr charmant.
Durch Zufall gelangten die Hefte an den Piper Verlag und bevor es dann schließlich veröffentlicht wurde, wurde das Manuskript stark überarbeitet. Wieviel steckt noch von Anna Wimschneider in dem Buch?

Die Geschichte ist ein Zeitdokument, zweifelsohne, und als solches steht es außerhalb meiner Bewertungskriterien. Wenn ich mangelnde Reflexion anführte, würde mehr vielleicht gerade diesen Aspekt des Dokuments nehmen und somit keine zulässige Kritik sein.
Was bleibt, ist der Stil. Hauptsatz an Hauptsatz. Ich bin ein großer Fan dieses Stils, aber ein längerer Satz hin und wieder, wäre schön. Auch das kann eigentlich kein Kritikpunkt sein. Wäre die Sprache raffinierter, fehlte die Authentizität. Es ist ein Kreuz.
Und die Geschichte ist eben die Geschichte einer einfachen Bäuerin der 20er und 30er Jahre. Mitunter sehr traurig. Dieses Buch ist schwierig, es ist in erster Linie das Geschenk einer Mutter an ihre Kinder. Wir Leser sind nur Zaungäste, die einen Einblick nehmen dürfen, der, zugegeben, länger in mir bleibt als erwartet.

TitelHerbstmilch: Erinnerungen einer Bäuerin
AutorinAnna Wimschneider
SprecherinMaria Singer
Dauer3 Stunden 57 Minuten (ungekürzt)
ISBN9788726219920
VerlagSAGA Egmont
Erschienen07/2019

Meines Vaters Land – Wibke Bruhns

Meines Vaters Land . Wibke BruhnsMeines Vaters Land ist bereits 2004 erschienen und erst im letzten Jahr kam das Hörbuch heraus. Ein Glück für mich, denn obwohl ich das Buch damals lesen wollte, ist der Titel in meiner want-to-read-Liste untergegangen.
Damals war Bruhns Familiengeschichte ein Bestseller, wie ich nach dem Hören weiß, mit Recht.

Wibke Bruhns, geborene Klamroth, war die Tochter von Hans Georg Klamroth, einen Mitwisser des Attentats vom 20. Juli. Das Ende ist bekannt: Die Verschwörer wurden nach einen demütigendem Prozess gehängt. Bruhns war da nicht einmal sechs Jahre alt.

In Meines Vaters Land zeichnet Bruhns die Geschichte der deutschen Familie derer von Klamroth nach. Deutsch, das ist wichtig, denke ich. Im faschistischen Italien oder Spanien gab es wohl andere Geschichten. Diese zumindest beginnt weit vor den Weltkriegen, in einer Zeit, in der das Reich prosperiert, Uniformen und Standesdunkel vorherrschen. In dieser Zeit sind die Klamroths erfolgreiche Kaufläute in Halberstadt. Und trotzdem reicht es nicht für die höchsten Kreise. Die bleiben dem Adel oder Offizieren vorbehalten. Sie werden Offiziere. Kurt, Hans Georgs Vater und er selbst. Zudem sind beide jeweils zu ihren Zeiten Stadträte, engagieren sich und nehmen die unternehmerische Verantwortung für ihre Angestellten ernst. Es ist für mich schon verblüffend, wie die Gesellschaft sich nach militärischen Regeln zu ordnen weiß. Sozialer Status ist stärker vom Dienstrank als vom Besitz abhängig und es gehört sich einfach für seine Bediensteten da zu sein. So etwas lese ich immer wieder, nicht nur in Bruhns Buch. Anfangs fragte ich mich: Wie konnte ein so entwickeltes und zivilisiertes Land Zentrum des Holocausts werden? Mittlerweile denke ich, genau diese gesellschaftliche Struktur war dafür verantwortlich. Das Streben nach sozialer Anerkennung und Versprechen diese zu erfüllen, hatten zumindest Anteil daran.

Wibke Bruhns
Wibke Bruhns im März 2012 auf der Leipziger Buchmesse
Copyright: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann unter CC BY 2.0

Kurt, HGs Vater (Bruhns nennt ihren Vater HG), und er selber nehmen dann auch am 1. Weltkrieg teil, glühende Kaisertreue, übertriebenes Sendungsbewusstsein und deutsche Arroganz inbegriffen. Doch als der Krieg ins Stocken gerät macht Kurt eine Wandlung durch und stellt die Kompetenz der Führung infrage. HG macht diese Erfahrung erst im nächsten Krieg.

Das Buch ist eine Reise in die Vergangenheit. Durch die persönlichen Schilderungen aus Tagebucheinträgen und Briefen, fühlte ich als Leser mit. Immer hoffend, dass es doch ein ganz anderes Ende geben könnte. Kann es natürlich nicht. Trotzdem ein wunderbares Buch über den Zeitgeist der damaligen Epoche.

Bruhns arbeitete beim ZDF und war die erste weibliche Moderatorin einer Nachrichtensendung. Für den Stern war sie lange Jahre in Israel und den USA als Korrespondentin tätig. Am 20. Juni 2019 starb sie in Berlin.

TitelMeines Vaters Land
AutorinWibke Bruhns
SprecherinSimone Kabst
Dauer14 Stunden 27 Minuten (ungekürzt)
ISBN9783844928068
VerlagHörbuch Hamburg
Erschienen07/2021

Chaos

Ich will ehrlich sein: Es läuft nicht mehr rund. Schon länger nicht mehr. In der Weihnachtspause wollte ich meinen Blog überarbeiten. Neues Theme, neue Bilder, neue Verschlagwortung und neue Plugins. Das eine führte zum anderen und alles ging den Bach runter. Für mich scheint es einfacher zu sein, einen neuen Blog aufzusetzen und manuell jeden Artikel neu einzupflegen. Ich hätte sowieso jeden Post noch einmal anfassen müssen. Lange Rede, kurzer Sinn: Here we are!

Hier werde ich neue Artikel und alte Beiträge veröffentlichen… endlich wieder bloggen. Wie ich aber in dem Post zum Leseverhalten geschrieben habe, hatte ich wenig Muße für Bücher und somit auch für den Blog, was dazu beigetragen hat, dass sich diese Entscheidung und die Umsetzung zog.

Ein leidiges Thema sind immer noch Netzwerke. Auf tumblr habe ich ein gutes Gefühl. Instagram finde ich auch nicht so schlecht aber Twitter? Dort bin ich nur aus Nostalgie. War früher schön da und es gibt immer noch tolle Leute auf Twitter, aber auch viel Schmutz. Ich werde keine Alternativen mehr suchen und mich schleichend von der Birdsite entwöhnen. Mal sehen.

Was sich allerdings erheblich in den letzten Wochen geändert hat, ist mein Leseverhalten. Ich habe nachdem ich keinen Spaß mehr an reiner Phantastik hatte, angefangen Bücher zu lesen, die in Richtung Biografie gehen. Wibke Bruhns Meines Vaters Land fand ich sehr gut. Ich habe auch mehr gelesen bzw. gehört. Goodreads übernimmt die Statistik für mich aber es waren wohl an die vier Bücher in den letzten vier Wochen.
Dies sollte auch nur eine kurze Mitteilung über den aktuellen Status sein. Die Veröffentlichungsdaten des alten Blogs behalte ich bei, also wächst der Blog in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft!

Phantastik in Zeiten des Untergangs

Tatsächlich habe ich den Titel 1zu1 von tumblr übernommen und auch inhaltlich gibt es nur einige Ergänzungen.

Ich mag Horror und Phantastik im Allgemeinen sehr. Allerdings lese ich Bücher aus verschiedenen Genres, ob Fiction oder Non-Fiction. Mittlerweile frage ich mich aber öfter, warum ausgerechnet Phantastik? Nicht nur weil ich von den Veröffentlichungen der letzten Jahre enttäuscht bin, die Frage keimt eher auf, weil die echte Welt jegliche Gruselgeschichte oder Dystopie derzeit zu übertreffen versucht. Ohne über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen reden zu wollen, gab es in den letzten beiden Jahren erhebliche Eingriffe in unser aller Leben. Erinnert sich noch jemand an die Brände am Amazonas und in Australien? Das Klima ändert sich und so auch die Welt. In Europa gibt es einen Krieg, der mit atomaren Waffen geführt werden könnte, allerdings mit der Angst davor bereits geführt wird. Mitten in Deutschland überleben Menschen, die sich bis zum Monatsende nicht ausreichend mit Nahrungsmittel versorgen können. Durch die Inflation werden es mehr und die Situation der Betroffenen verschlechtert sich.

Mit all dem im Hinterkopf fällt es mir momentan schwer, Phantastik zu lesen. Ich kann dabei nicht abschalten. Zeitgleich mit der Veröffentlichung auf tumblr sah ich den Link zu einem anderen Artikel, der sich mit der Frage Warum wir überhaupt in diesen Zeiten Fiction lesen befasst.
Macht das Lesen den Menschen emphatisch? Ist lesen purer Hedonismus? Oder verliert man die Lust an der Literatur schlicht aus Frustration und dem Gefühl der Ohnmacht heraus? Interessante Fragen und ein lesenswerter Artikel.

Wenn ich die Summe aller Bücher, die ich bisher gelesen habe, zusammenrechne, dann hat es mich vielleicht schon verständnisvoller gemacht. Ob es aber an den Büchern lag? Im Umkehrschluss wären dann Menschen, die nicht lesen, weniger empathisch? Solche Verbindungen stelle ich ungern her.
Bei mir trifft es eher die Frustration. Der Begriff Weltschmerz passt recht genau. Die Melancholie aufgrund seiner eigenen Unzulänglichkeit in einer unzulänglichen Welt.

So schwarz will ich aber den Post hier nicht beschließen.
Heile heile Mausespeck
In hunnerd Jahr is alles weg.

The Stylus

Penn Prospectus
Oktober 1840 Werbung für das Magazin The Penn, welches dann in The Stylus umbenannt wurde.

The Stylus sollte eine monatliche literarische Schrift werden, die Edgar Allan Poe editieren und herausgeben wollte. Im Juni 1840 kündigte er in einer Ausgabe der Saturday Evening Post die Veröffentlichung an und warb um finanzielle Unterstützung.

Ursprünglich sollte The Stylus, zu deutsch: Der Griffel, The Penn heißen, da in Pennsylvania erscheinen und einen regionalen Anstrich erhalten sollte. In den ersten Werbeanzeigen wurde es auch so betitelt. Um ein größeres Publikum anzusprechen, entschied sich Poe allerdings, auf den Bezug einer bestimmten Region zu verzichten und es stattdessen nach dem wichtigsten Werkzeug eines Schriftstellers zu benennen. Stylus ist ein Wortspiel: Der Griffel, stylus, war der Stift, eng. pen, der alten Griechen und daher könnte man Pen(n) und Stylus wörtlich gleichsetzen.

Poe sah die Literatur seiner Zeit sehr schlechten Bedingungen ausgesetzt und wollte ein Refugium für sie schaffen. Inhaltlich sollte das Journal die damalige zeitgenössische Literatur rezensieren und wiedergeben. So bot James Russell Lowell ein Gedicht und Nathaniel Hawthorne eine Kurzgeschichte für die erste Ausgabe an. Wie viel ihm an diesem Projekt lag, kann man auch an den Plänen für die Gestaltung erahnen: Feinste Papierqualität, exquisite Holzschnitte, schärfere Kritiken und kühnere Literatur als in anderen Magazinen. Das spiegelte sich in einem für damalige Verhältnisse angedachten hohen Abonnementpreis von 5 $ wider. Für die Illustrationen wurde F. O. C. Darley gewonnen, der viele Werke damaliger Schriftsteller bebilderte.

Poe hatte eine Menge Unterstützung für The Stylus in der literarischen Welt. Mehrere Personen und Organisationen abonnierten die Zeitschrift bevor die erste Ausgabe überhaupt gedruckt wurde. Er führte eine Liste potenzieller Abonnenten, die u.a. Nathan C. Brooks, William Cullen Bryant, Sarah Josepha Hale, Charles Fenno Hoffman, John Pendleton Kennedy, George Lippard, James Russell Lowell, Anna Cora Mowatt, Frances Sargent Osgood, James Kirke Paulding und Thomas Mayne Reid, Jeremiah N. Reynolds und Nathaniel Parker Willis umfasste. Mehrere Studentengesellschaften waren ebenfalls daran interessiert, sich anzumelden, darunter solche am Dickinson College, Hampden-Sydney College, Jefferson College, Lafayette College, Marshall College, St. John’s College und St. Mary’s College of Maryland.

Das Magazin sollte allerdings nie erscheinen. Poe starb am 7. Oktober 1849.

George A. Romero

George Andrew Romero wäre heute 82 Jahre geworden. Der Filmemacher wurde am 4. Februar 1940 in der Bronx geboren. Filmemacher trifft es gut, denn neben der Regie schrieb er zu den meisten seiner Filme auch das Drehbuch und übernahm in seinen frühen Werken auch den Schnitt. Zweifellos gehört er zu den Kultregisseuren des Horrorgenres. Seine Zombiereihe definierte das Subgenre und bei allen Filmen schwang auch immer etwas Zeitgeist mit.

Am 16. Juli 2017 starb Romero in Toronto mit 77 Jahren.

Zombie ReiheJahr
Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead)1968
Zombie (Dawn of the Dead)1978
Zombie 2 (Day of the Dead)1985
Land of the Dead2005
Diary of the Dead2007
Survival of the Dead2009

Edgar Allan Poe

Edgar Allan PoeHeute vor 213 Jahren wurde Edgar Poe in Bosten geboren. Am 19. Januar 1809, um genau zu sein. Er gehört zu den Autoren, deren Biografie ebenso spannend wie dessen Werke sind. Sein Vater verließ die junge Familie im Jahr nach Edgars Geburt und hinterließ die junge Mutter mit drei Kindern. Wieder ein Jahr danach, 1811, starb Poes Mutter an Tuberkulose. Edgars ältester Bruder William Henry Leonard Poe, genannt Henry, kam bei dem Großvater väterlicherseits unter, Edgar und seine kleine Schwester Rosalie blieben einige Zeit in der Obhut des Schauspielerehepaars Usher, bevor sich zwei Familien der höheren Gesellschaft der Waisen annahmen. Edgar wurde von dem kinderlosen Paar John und Frances Allan aufgenommen. Auch wenn Edgar nie adoptiert wurde, nahm er den Namen seiner Pflegeeltern an.

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Willkommen 2022!

Ein frohes neues Jahr! Über die Feiertage habe ich hier etwas aufgeräumt, Staubgewischt und ausgemistet. Und es wird auch noch etwas andauern. Damit bin ich aus dem Weihnachtsferien wieder da!

Leider scheint sich die Pandemie weiter wie ein zäher Kaugummi zu ziehen und nach zwei verlorenen Jahren folgt ein drittes. Zeit sich endgültig von seinen Träumen zu verabschieden und einfach ein paar Geschichten der Romantik zu lesen. Ich erwarte nicht viel vom Jahr 2022, vielleicht, dass es noch schlimmer wird. Immerhin sollen die Ereignisse aus dem Film Soylent Green in diesem Jahr stattfinden. Soylent Green ist Menschenleisch! Wayn? wäre wohl aktuell die Entgegnung. Ein Vorsatz von mir hätte wohl sein sollen, nicht so Kulturpessimistisch zu sein.

Zwischen den Jahren habe ich mir dann auch etwas neue Lektüre besorgt: Die aktuelle Ausgabe der Art of Horror und die Cthulhu Libria Neo. Neben ein paar anderen Büchern, die unter anderem unter dem Tannenbaum lagen. Ich bin also erst einmal für die Seuche oder eine Zombie Apokalypse gewappnet.

Ganz im Ernst habe ich einige Dinge womit ich diesen Blog fühlen kann. Leider nimmt die Überarbeitung, die durch das neue (alte) Theme nötig geworden ist, etwas Zeit in Anspruch. Ich hoffe, dass ich einen längeren Artikel pro Woche weiterhin schreiben kann. Die Motivation würde sogar für zwei reichen, hätte der Tag nur mehr Stunden.

In diesem Sinne, mögen die Spiele beginnen.

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