The Ring – Buch vs Film vs Remake

Ich hatte den ersten Teil der Ring Bücher hinter mir, als ich auf einmal äußerst neugierig auf die Filme wurde. Was soll ich sagen, ich kannte die Filme bisher nicht. Dementsprechend musste ich sie mir auch erst einmal besorgen. Das Remake ist dabei leicht über ein Zusatzpaket eines Streaminanbieters zu beziehen, das Original habe ich gebraucht für schmales Geld in einer Limited Edition aller Teile erstanden.

Warten.
Ich wollte nämlich erst das Original sehen. Als die Post dann endlich kam, den ersten Teil eingeworfen und…
Dass Filme meistens nicht wie ihre Buchvorlagen sind, ist mir klar und finde ich in Ordnung. Allerdings können beide Medien hier auf ihre Art glänzen?

Zum Buch habe ich ja schon etwas geschrieben, weswegen ich hier auf die Unterschiede eingehe. Es sind Spoiler enthalten.

Die Protagonisten unterscheiden sich und auch die Beziehung zwischen ihnen ist anders als im Buch. So ist aus Asakawa eine alleinerziehende Mutter geworden, aus der einjährigen Tochter ist ein fünf oder sechs jähriger Sohn und aus dem Freund Ryuji ist der Ex-Ehemann und Vater des Sohnes geworden. Der Teil des Ehepartners von Asakawa aus dem Buch ist somit weggefallen. Insbesondere das Verhältnis zwischen Asakawa und Ryuji ist dadurch ein ganz anderes. Auch wenn letzterer im Film etwas reservierter dargestellt wird, fehlt ihm diese düstere Ader. Trotzdem ist die Person des Ex-Ehemanns die Beste im Film, besser gesagt: Er agiert am meisten wie seine Buchvorlage.

Es gibt zwar kleinere Abweichungen, aber im Allgemeinen wird die Handlung des Buches wiedergegeben.
Dass der Film mich nur mäßig überzeugt hat, mag daran liegen, dass mir der Plot bekannt war. Andererseits war der Film nur selten gruselig und die psychologische Tiefe der Vorlage fehlte meiner Ansicht nach doch sehr.

Ein erheblicher Kritikpunkt ist die deutsche Synchronisation, die teilweise wirklich äußerst billig scheint. Ich bin aber ehrlich, mir war OmU zu anstrengend.

Das US Remake greift auf die japanischen Filme anstelle der Buchvorlage zurück und so wird die Story noch einmal weicher gespült. Denn anstatt Erklärungen aufzugreifen, die in den Vorlagen vorhanden sind, werden eigene Versuche gewagt.

Die Konstellation der Figuren bleibt gleich, nur wurde auch ein Vater-Sohn Moment eingefügt und die Beziehung des getrennten Paares etwas ausgeschmückt. Auch ist Rachel Keller (Asakawa) etwas stärker in ihrer Präsenz als Noah Clay (Ryuji).

Optisch sieht das Ganze etwas besser aus und Schockeffekte werden ebenfalls ab und an eingestreut, was man gut oder schlecht finden kann, aber in diesem Fall hilft, nicht einzuschlafen.
Es gibt einige Sachen, die mich irgendwie in Horrorfilmen nerven, dazu gehören Rollen von verhaltensauffälligen Kindern, die eine unerklärliche Verbindung zum Übernatürlichen haben. Das ist 1. derbe creepy und 2. selten überzeugend gemacht. Aiden, der Sohn, malt finstere Bilder, spricht mit der Toten und benimmt sich, wie es eigentlich kein Kind in dem Alter tun würde. All das fehlte im Original. Ich wusste teilweise nicht, vor wem ich mehr Angst haben sollte: Aiden oder Sadako (s. Post zum Buch).
Eine andere Sache ist: Warum Pferde? Ich will hier nicht zu sehr spoilern, wer sich den Film ansieht, weiß was ich meine und für alle anderen ist die Frage so irrelevant, wie die genannten Vierbeiner im Film.

Beide Filme sind ok. Ihren Kult haben sie aufgrund der Story und wohl weniger, weil sie so gut gemacht sind. Das Original fängt dabei mehr das Gefühl ein, welches ich beim Lesen hatte. Zieht sich aber dennoch Streckenweise. Die Spannung und den (Zeit-)druck auf Asakawa spürt man nicht. Das Remake kommt optisch ansprechender daher, obwohl nur 4 Jahre dazwischen liegen, und verkleistert die Längen mit Nebensächlichkeiten und versucht zu viel auf eigene Weise zu erklären. Das Remake ist… beliebiger, es hat weniger Charme.

Ich gebe zu, was man diesem Fall besser findet, hängt vielleicht auch davon ab, was man zuerst kennengelernt hat. Meiner Meinung nach schlägt das Buch den Film um Längen und der Film knapp das Remake.

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