KeyForge – Pause vor dem Neustart?

Ich habe erst vor kurzem KeyForge entdeckt. Und noch nicht einmal richtig gespielt. Samstag nun die Nachricht auf der Seite von Asmodee, dass das Unique Deck Game erst einmal eine zeitlich unbestimmte Pause einlegt. Auf der Homepage von FFG ist die Mitteilung etwas ausführlicher geschrieben, wenn auch nicht viel mehr Informationen geliefert werden.

Zum einen ist die Pandemie schuld. Klingt wie eine Ausrede, letztendlich wurden überall Lieferketten unterbrochen, Lockdown, Homeoffice und ein Spiel, welches zwei physisch anwesende Spieler braucht, sind alles keine guten Voraussetzungen. Daraus ergibt sich wohl eine sehr spärliche Kommunikation seitens FFG, so wie ich es gelesen habe. Daran wird sich auch nicht viel ändern in naher Zukunft. Zum anderen, und dies ist wahrscheinlich der entscheidende Grund, ist der Deckbaualgorithmus beschädigt und muss von Grund auf neu erstellt werden. Beides Zusammen veranlasste wohl die Pause, welches nichts weiter bedeutet, dass es derzeit keine neuen Printprodukte gibt. Weder bei alten Sets noch bei der bereits fertig designten neuen und sechsten Erweiterung Winds of Exchange, die eigentlich jetzt im Herbst erscheinen sollte. Somit kann nachdem der Algorithmus gefixt ist, gleich die Produktion der neuen Decks begonnen werden.

Die Zeit bis dahin will man damit nutzen, um eine digitale Version des Spiels herauszubringen. Dahinter steht Stainless Games, die auch Duels of the Planswalker oder Magic Duels: Origin gemacht haben. Ehrlich gesagt, hätte ich mir eine offizielle Möglichkeit, das Spiel online zu spielen, schon früher gewünscht.

Geständnisse eines Bloggers – WordPress

Ich hatte einen Punkt bei dem Post über Netzwerke gar nicht angeschnitten. Es ist eigentlich ein wichtiger Punkt, da er auch in der Überschrift vorkommt: Bloggen und Netzwerke. Wenn man bloggt, zumindest vor einigen Jahren, waren Netzwerke wie Facebook und insbesondere Twitter wichtig. Natürlich hat man seine Artikel dort gepostet und beworben, das ist aber nur die eine Seite gewesen. Ich folgte fast allen Blogs auch auf Twitter. So habe ich immer sofort gesehen, wo es etwas neues gab. Habe zu der Zeit wesentlich somit auch mehr Blogs gelesen. Dann kam der ein oder andere Algorithmus, immer mehr Hintergrundrauschen und der Rest ist Geschichte. Heute haben sich die Lieblingsnetzwerke der Blogger geändert. Man könnte auch zerfasert sagen. Es gibt nicht mehr DAS Netzwerk, um up to date zu sein.

An dieser Stelle komme ich zu WordPress. Und vielen anderen Blogsystemen. Blogs haben von Hause aus ein wunderbares Feature, nämlich den RSS-Feed. Man kann sie dadurch abonnieren und über Feedreader lesen. Tolle Sache und es ist ein wenig wie jemanden auf Twitter zu folgen oder Fan einer Facebookseite zu sein. Einzig die Interaktion fehlt. Ich meine, damit knüpfe ich wieder an den letzten Post an. Ich bin auf der Suche nach dem Netzwerk, auf dem alle irgendwie sind. So wie früher. Mastodon war nett, aber auch sehr still, zumindest was meine Themen betrifft. Naja, und Friendica schien auch in diese Kerbe zu schlagen… bis ich herausgefunden habe, dass ich auch Blogs über den genannten RSS Feed abonnieren kann. Geht auch mit Atom. Jetzt habe ich ein Konto auf Friendica, welches ich tatsächlich auch nutze.

Bauanleitung gefunden auf: http://www.produnis.de/blog/post/2007-2020-alterkram/friendica/
Und der Feed des Friendica Accounts herausfinden: https://forum.friendi.ca/help/FAQ#rss

Der Hase liegt da im Pfeffer, wo es um die Technologie geht. RSS und Atom sind gut, warum WordPress aber nicht ActivityPub standardmäßig an Bord hat, weiß ich nicht. Es wäre für das Fediverse und die Blogs nützlich und eine Bereicherung. Es gibt aktuell ein Plugin von Matthias Pfefferle, welches in der Beta ist und ganz gut funktioniert.  Ich hatte aber ein paar Dinge, die mir noch nicht gefielen.

 

Aber WordPress an sich ist für mich nicht mehr so attraktiv wie vor einigen Jahren. Dass man vor Ewigkeiten den eigenen Linkmanager ausgebaut hat, war nicht so schlimm, soweit ich mich erinnere, war der eh nicht so gut. Dass der Gutenberg-Editor und die Blockgestaltung jetzt auch auf Widgets angewendet werden, nervt mich schon eher. Ich setz mich einmal die Woche hin und schreibe meine Gedanken runter, es ist sehr störend, wenn man sich dann plötzlich nicht mehr zurechtfindet. Natürlich kann ich mich da einarbeiten, ich finde das neue Design nur absolut hässlich und habe unter anderem deswegen keine Lust dazu. Überdies gibt es Software die eher meinen Geschmack trifft und das gleiche macht. Ich würde wohl eher wechseln. Eine Blogsoftware zu wechseln ist einfacher als ein Netzwerk.

Aber was bei Netzwerken die User sind, sind bei WordPress die kleinen Annehmlichkeiten. Eine Überfülle an Themes, Plugins und letztlich auch Simplizität. Würde ich zu einen anderen System wechseln, sähe der Blog sehr anders aus, was mir nicht gefallen würde. Noch nicht, ich probiere immer mal was aus und vielleicht finde ich noch das richtige für mich.

Geständnisse eines Bloggers – Netzwerke

Nach dem letzten Posting ist mir etwas eingefallen: In dem Film Rounders sagt Matt Damon in seiner Rolle als Mike McDermott irgendetwas wie: ...in dem Buch „Geständnisse eines erfolgreichen Pokerspielers“ schreibt… Ich hab den Film leider gerade nicht zur Hand, sonst hätte ich die exakte Zeile wiedergegeben. Das Buch existiert auch nicht bzw. lautet der deutsche Titel anders als im im Film wiedergegeben, daher kann ich auch nicht danach suchen. Ich werde mir den Film demnächst mal wieder ansehen und an dieser Stelle alles ergänzen.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich fand den Titel ganz witzig. Geständnisse eines soundso… Es soll keine Blogreihe oder Artikelserie werden, da verliere ich schnell die Lust dran, allerdings ist mir im Moment gerade nach so einem Post. Also über meine Erfahrungen zu schreiben. Habe ich mein Projekt zu meinem Geburtstag erwähnt? (Ja) Bloggen gehört eben auch zu meinen Aktiva im Leben, schätze daher, ich sollte darüber auch schreiben.

Soziale Netzwerke sind eine Mischung aus Affenzirkus, Echokammer und Selbstinszenierung. War immer so, nur früher eben witziger. Es ist so, dass Twitter das einzige Netzwerk war, welches ich mochte. Bin da aber schon ein paar Jahre raus. Aktiv zumindest. Die letzten beiden Jahren sind noch schlimmer geworden. Wie dem auch sei, für mich sind Netzwerke eigentlich ein Ort wo ich Neuigkeiten aufschnappe und mich mal kurz darüber mit jemanden austausche. Also ein Feedreader mit Chatfunktion. So habe ich es zuletzt genutzt. Das hat auch funktioniert, bis die ganzen Newsaggregatoren ihren Dienst einstellten oder ins stottern gerieten.

Ich habe immer mal Mastodon ausprobiert. Wirklich nette Alternative zu Twitter, aber ich bin damit nie warm geworden. Zu wenig Leute, die über das schreiben, was mich interessiert. Und zu wenig Leute, die über allgemeine Sachen schreiben. Die Mischung aus Nerds und Promis machts. Ich will eben unterhalten werden. Im Moment versuche ich Friendica. Die Oberfläche ist eher Facebook, was ja nichts schlechtes ist. Aber es ist immer noch das gleiche Problem: Es fehlen die Leute.

Es ist nicht tot, was ewig spielt

Ein Monat… wow. So viel Zeit ist seit dem letzten Beitrag verstrichen. Eigentlich wollte ich immer mal wieder einen Beitrag posten, eigentlich genau diesen. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich einem ungezügelten Vergnügen hingibt, brauche ich wohl nicht auszuführen. Über dieses Vergnügen wollte ich schreiben.

Vor über einem Jahr kaufte ich mir die Grundbox von Arkham Horror das Kartenspiel. Es war mitten in einem Lockdown. Das schlagende Argument war das Solospiel. Alleine ein Spiel zu spielen ist so eine Sache: Es funktioniert nicht immer. Ich kann zum Beispiel kein Schach gegen mich selbst spielen. Oder mit mir selbst?
Bei Arkham Horror kannte ich schon das Brettspiel und wusste, dass es ganz gut mit nur einem Spieler funktioniert.
Im Lochdown habe ich es trotzdem nur geschafft, die Karten zu sleeven… Es brauchte nun also über ein Jahr und die Möglichkeit mit Freunden beisammen sein zu können, bis ich mit dem Solospiel der ersten Kampagne von Arkham Horror angefangen habe. Verrückt.

In der Grundbox ist eine Minikampagne bestehend aus drei Szenarien enthalten. Weil ich vermutlich zum ersten mal gespielt und mir Schritt für Schritt die Regeln beigebracht habe, brauchte ich etwas länger für die Kampagne und habe sie auf drei Abende aufgeteilt.
Was soll ich sagen: Ich war ziemlich angetan von dem LCG. So sehr, dass meine Begeisterung wohl übersprang und ich zwei Mitspieler gewinnen konnte. Nun, da es zeitlich nicht anders ging, habe ich zweimal mit je einem Freund gespielt und so auch gleich den Wiederspielwert getestet.

Aber der Reihe nach. Arkham Horror das LCG kann man gut alleine spielen. Man tritt gegen das Spiel an, welches nach Ablauf einer Runde voranschreitet. Ich spiele true solo, sprich mit nur einem Ermittler, was tatsächlich mach- und schaffbar ist. Ohne Zweifel finde ich es wesentlich interessanter, witziger, unterhaltsamer whatever wenn man es zu zweit spielt. Zum einen weil sich zwei Ermittler besser ergänzen können (auch im Solospiel), zum anderen weil eine zweite Person am Tisch sitzt (ich sehe das als Vorteil).
AH ist ein storylastiges Spiel. Das Deckbauen hat einen geringeren Stellenwert als in anderen Spielen. Im allgemeinen ist der Wiederspielwert nicht ganz so hoch, wenn man die Geschichte erst einmal kennt. Dachte ich. Das erste Szenario habe ich zweimal solo und zweimal mit je einen Mitspieler gespielt, eigentlich hätte sich gähnende Langeweile einstellen müssen. Ich fühlte mich trotzdem unterhalten. Das liegt an den Ermittlern, oder besser an deren Klassen, die sich sehr unterschiedlich spielen. Zudem kommt die Zufälligkeit der Kartenstapel, die in folgenden Szenarien und Kampagnen beim erneuten Spielen noch vielfältiger sein können. Nichtsdestotrotz möchte ich natürlich vorankommen und wissen wie es weitergeht. Ich kucke gern Videos auf Youtube oder bin in Foren in Sachen Spiel unterwegs und überall liest und hört man etwas wie: Achtung Spoiler!. Jedes Szenario hat einen Twist, kennt man diesen, sind zufällige Begegnungen zwar nett, grundsätzlich weiß man aber schon einige Dinge, die das Spiel beeinflussen können und werden. Das mindert das Vergnügen. Mal mehr mal weniger.  Jeder muss selber wissen, inwieweit das seine Motivation zum erneuten Spiel beeinflusst. Ich sehe mir Filme auch mal öfter an, lese Bücher gerne nochmals oder spiele elektronische Titel nach einiger Zeit erneut, bin also nicht der Maßstab.

Persönlich würde ich mich als Cthulhu Fanboy, oder Kultist?, bezeichnen. Was das Setting von Arkham Horror angeht, bin ich also sehr angetan, wenn es für mich auch keine Immersion wie beim Pen&Paper gibt. Andererseits meinte einer der Mitspieler, dass er die Mechanik gelungen findet, das Setting jedoch weniger mag. Man muss also wissen, ob man auf Cthulhu, Arkham und den Mythos dauerhaft Lust hat, denn ein LCG kann eine Stange Geld kosten. Alternativ ist in diesem Jahr Marvel Champions auf deutsch erschienen, welches ich vom Setting überhaupt nicht mag, oder es gibt auch das Herr der Ringe LCG, welches im Moment aber schwer zu bekommen ist. Vom Spielprinzip sind alle bis auf kleine Feinheiten ähnlich. Daneben gibt es auch kompetitive Spiele.

Meine Begeisterung für Kartenspiele, abseits des Skat- und Pokerblatts, begann mit Magic: the Gathering. Ich hab Magic einige Jahre sehr aktiv gespielt und noch ein paar Jahre mehr gesammelt. Ich würde wohl bis heute Booster und Displays kaufen und Decks bauen und zocken, wenn… ja wenn ich aktive Mitspieler hätte ohne kilometerweit fahren zu müssen, zudem empfinde ich es so, dass neuere Karten den alten stark überlegen sind, damit muss man immer aktuelle Decks haben oder gute alte Karten nachkaufen. Für einen Casual wie mich, der fast nur seine drei Lieblingsdecks spielt, eher ungünstig. Günstig ist es so oder so nie. Kartenspiele sind eine Gelddruckmaschine. Ich finde Living Card Games, was eine geschützte Bezeichnung von Fantasy Flight ist, wie ich jetzt weiß, wesentlich angenehmer als die reinen Sammelkartenspiele. Man kauft nicht blind Karten, sondern weiß, welche man bekommt. Durch die Spielmechanik und den kooperativen Stil ist es unerheblich, ob ich aktuelle oder alte Karten habe. Ein teures Vergnügen sind beide Systeme. Man darf immerhin die Kosten der Aufbewahrung nicht vergessen. Ein Wehrmutstropfen bei Arkham Horror ist, dass man am Ende ein Haufen Karten hat, die man nur im Zuge einer Kampagne oder als einzelnes Szenario spielen kann, während man bei Magic auch einfach spontan eine 15 bis 30 minütige Runde zocken kann, wenn man denn kann.

Letztendlich bin ich sehr begeistert vom Arkham Horror und habe angefangen meine Magic Sammlung einzudampfen, um Platz zu schaffen. Überdies werde ich mir auch Herr der Ringe ansehen, wenn die Einsteigerbox wieder verfügbar ist. Ehrlich gesagt, gefällt mir auch Marvel Champions sehr gut, zumindest was ich auf YouTube gesehen habe, aber Superhelden sind eher nicht mein Fall.

Hochwasser

Die letzte Woche war so furchtbar. Seit Donnerstag hing ich mehr oder weniger permanent vor diversen Livestreams, habe die kontaktiert, die meiner Meinung nach betroffen sein konnten (Geografie ist nicht mein Ding) und konnte die Zerstörung und das Leid der Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz gar nicht begreifen. Es war Donnerstag und Freitag so surreal.
Und dann kommt es. Es ist eine tiefe bedrückende Traurigkeit. Innerhalb weniger Minuten und Stunden haben tausende Menschen alles verloren. Ihr Erspartes, ihre Kleidung, ihr Zuhause und… ihr Leben. Bislang gibt es 165 Menschen, die Opfer der Flut geworden sind.

Und als die Menschen in Ahrweiler, Euskirchen und den vielen anderen Kreisen und Gemeinden am Boden lagen, trat das Wetter noch nach. In Bayern, Sachsen und in unseren Nachbarländern. Vieles davon habe ich gar nicht mitbekommen. Bereits Samstag fingen die Menschen an, aufzuräumen, unterstützt von vielen Helfern, THW, Feuerwehr und auch die Bundeswehr ist vor Ort. Die Bürger aus den nicht betroffenen Gebieten spenden. Sachmittel und Geld. Diese  Solidarität und auch die Zuversicht ist so schön. Ich meine, was soll man auch anderes machen, als nach vorn zu sehen und anfangen alles wieder aufzubauen?

Ich hoffe, dass es bei der Anzahl der Todesopfer bleibt und diese nicht noch wächst, ich wünschte, dass die Menschen so schnell es geht wieder ein Dach über den Kopf haben und natürlich auch ihr eigenes. Es macht so sprachlos…

Was ich über mich und das bloggen gelernt habe

Der Titel sagt ja schon alles. Klingt wie die Erkenntnis nach 100 Jahren als A-Blogger. A-Blogger, wenn man sich schon mit der Vergangenheit beschäftigt… 😉

Mir ist da letztens etwas aufgefallen. Eigentlich weiß ich es schon länger, aber da ich hier ehrlich und offen bin, gestehe ich es mir endgültig und in Schriftform ein: Ich hasse es, Rezensionen zu verfassen. Reviews, Besprechungen, Kritiken ich kann sie nicht schreiben, ohne mich zu langweilen. Ich komme immer zu dem Punkt, an dem ich denke, warum soll ich das schreiben? Klar, wenn ich für ein Magazine etc. tätig wäre, ist es etwas anderes. Aber in meinen kleinen, privaten Reich des Wahnsinns? Warum will ich das denn überhaupt?

Konkret geht es um den Film The Tomorrow War. Ich wollte dazu etwas schreiben. Hatte ich sogar schon. Eigentlich finde ich es schön, wenn man nach Jahren durch die Monatsansicht seines Blogs geht und feststellt, was man alles gesehen, gelesen oder gehört hat… und was man darüber dachte. Ich suchte nach einen Trailer, den ich in den Artikel verlinken hätte können, und stoße auf ein Review von David Hain. Alles was er sagt, würde ich so schreiben. Nur schlechter. Und weniger unterhaltsam. Und bumms, dann noch Robert Hofmann. Sehr informativ. Naja und dann Wolfgang M. Schmitt, der einen Cheeseburger als gehobene Küche anpreisen würde, wenn es ins Weltbild passt. Dann habe ich gedacht, darüber wurde doch alles gesagt und es reicht eigentlich auch. In diesem Fall. Wie gesagt, ich fand The Tomorrow War nur ok, jedes weitere Wort von mir wäre unnütz.

Ich werde keine richtigen Kritiken mehr schreiben. Keine Hintergründe zusammensuchen, keine Inhaltsangaben und Charakteranalysen, nichts über Cast & Crew. Denn selbst bei Filmen, die ich wirklich gut finde, reizt es mich nicht. Es macht mir auch keinen Spaß bei Filmen, die nur ok sind. Allerdings gehe ich vielleicht mal auf die eine Geschichte ein, vielleicht auch nur ein kurzes Statement. Das ist ja im Blog möglich. Und wenn ich dann wieder dabei bin, eine eine große Rezension zu schreiben, kann ich mich hoffentlich an diesen Post erinnern. LASS ES! Werde ich dann lesen und vielleicht denken, dass ich früher schon mal schlauer war.

 

Um bloggens willen!

Schluss, aus, von vorne! Ich fange jetzt noch einmal an. Mit diesem Blog. Mit bloggen an sich und einem sauberen Schnitt.

Ein sauberer Schnitt…
Ich habe lange unter GelbeZeiten gebloggt aber dies soll nicht einfach GelbeZeichen 2.0 sein. Nicht weil ich hier über ganz andere Themen schreiben will oder weil ich hier einen ganz neuen krassen Stil an den Tag lege. Ich habe mich selber von dem Blog und wofür er steht zu weit entfernt. Ich bin kein Rollenspieler mehr. Als ich mit dem GelbeZeichen angefangen habe, war ich einer, zum Schluss nur noch Beobachter. Bereits 2018 setzte eine Müdigkeit ein. Und selbst vorher reichte es meist nur noch für einen Blogwatch, einer wöchentlichen Zusammenfassung interessanter Artikel.

Was war geschehen? Irgendwann 2017, dass weiß ich heute, begann das Ende vom Anfang meiner aktiven Rollenspielkariere. Termine wurden immer öfter verschoben und schließlich ganz abgesagt. Die Leute waren noch hoch motiviert aber unzufrieden mit der Leitung und den Ablauf der Abende. Natürlich sprachen wir das an, aber es änderte sich nichts. Die Spieler verloren den Spaß und schlussendlich wurden die Abenteuer lieblos vorbereitet. Meine eigene Gruppe verlief auch im Sande. Ich kann Zeitmangel, Familie oder andere Gründe vorschieben, letztendlich war es Interessenlosigkeit. Im Frühjahr 2018 machte ich im Blog die erste Pause. Ich wusste echt nicht, ob ich weitermachen wollte oder nicht.

Ich habe mal geschrieben, dass ich für mich blogge. Also nicht damit andere etwas zum Lesen haben. Im Laufe der Zeit können sich viele Meinungen ändern, zu der Aussage stehe ich allerdings nach wie vor. Wie so oft sollte man den Hintergrund kennen, sonst kommt die Aussage falsch rüber. Wenn ich mich an Dinge erinnern will, muss ich sie aufschreiben, es hilft mir, Gedanken auszuarbeiten, wenn ich mir Notizen mache und manchmal werden mir Sachen klarer oder ich finde selber Antworten auf Fragen beim Tippen von Texten. Das meine ich damit, wenn ich sage, dass ich für mich blogge. Oder einfacher gesagt: Ich mache es aus rein persönlichem Antrieb und mir es nützlich ist.
Nach einem halben Jahr Pause hatte ich wieder Lust aufs Schreiben. Nur machte ich mir kaum noch Gedanken über Pen&Paper oder hatte Fragen diesbezüglich. Ich befasste mich privat ja kaum noch mit dem Thema. Abgesehen davon ist Rollenspiel nichts, was sich ständig neu erfindet. Schreibt man längere Zeit darüber, kennt man viele Aspekte. Ich wollte immer Spielhilfen anbieten, habe ich aber nur eher selten gemacht und Produkt- und Buchreviews war nie meins. Mit wenig Enthusiasmus macht der zehnte Artikel über Würfelpech oder Sandbox vs Railroading auch keinen Spaß. Es ist alles zig mal geschrieben, vielleicht nur nicht von mir. Und das ist kein gebashe auf die, die eben darüber schreiben. Im Gegenteil, denn gerade wenn man zu seinen eigenen Schlüssen kommen will, verstehe ich aus vorher genannten Gründen, dass man dazu etwas schreibt. Nur für mich war der Drops gelutscht. Bis Anfang 2020 bzw. eigentlich bis September 2019 hielt ich den Laden irgendwie am Laufen. Im Januar ’20 sagte ich dann Goodbye. Auf GelbeZeichen. Und machte dann kurz darauf einen technischen Fehler.

Alter Blog mit neuer Domain?
In den eineinhalb Jahren hat sich die Rollenspielcommunity extrem verändert. Nicht thematisch oder qualitativ, dazu kann ich nichts sagen, aber beim Durchblättern alter Bookmarks fiel es schon stark auf, dass eine ordentliche Anzahl von Blogs verschwunden ist. Ein Blog ist eine Sammlung von Artikeln und somit von Wissen, wie Foren oder Google+… Und wenn er verschwindet reißt er Lücken. Ist mir die Jahre davor auch aufgefallen, nur war es dann immer mal ein Blog. Ich hab es nie so bemerkt, wie nach den 18 Monaten zwischen dem letzten Post auf GelbeZeichen und diesem hier.
Ich wollte schon damals nie ein Schwarzes Loch hinterlassen. Wer weiß, wem einer meiner Artikel nutzt. Und so sollte es wie es aktuell ist, schon damals sein. GelbeZeichen als Blog auf einer WordPress Multisite und alle Links im Web verweisen auf die entsprechenden neuen Seiten. Ich fand die Lösung am Besten. Die Wartung ist bequemer. Und die Domain hätte ich eh nicht gekündigt und Webspace und Traffic war und ist ausreichend vorhanden. Die Idee war gut, die Umsetzung scheiterte. Für ein/zwei Monate waren die Inhalte nicht so einfach zu erreichen wie gedacht.

Durch die Pandemie und zurück
Dass es mit der technischen Abwicklung länger gedauert hat, lag ein wenig an der Pandemie. Klar, alles Übel im Jahr 2020 kann man damit erklären… So ist es nicht ganz. Bereits im Dezember ’19 hatte ich ein Projekt angefangen, bei dem ich ein Jahr lang persönliche und gesellschaftliche Ereignisse aufschreiben und aufarbeiten wollte. Hintergrund war mein 40ster Geburtstag in 2020 sowie die Geburtstage zweier meiner Freunde, die ebenfalls 40 wurden und die ich schon 20 Jahre kannte. Wir haben das Projekt auch gemeinsam durchgezogen. Das 2020 dann ein derart katastrophales Jahr wurde, konnte man nicht ahnen. Und so nahm das Ganze doch schon mehr Zeit in Anspruch, einerseits, denn andererseits entschleunigte das Leben extrem durch den/die Lockdowns. 2020 war ein denkwürdiges Jahr von dem man irgendwie nichts mehr weiß. Geht mir zumindest so. Das Jahr hatte keine positiven Höhepunkte, an die ich mich erinnern kann. Hätte ich nicht die Notizen, wäre es ein verlorenes Jahr. Auf bloggen hatte ich wenig Lust, auch wenn ich hier und da mal ein Versuch wagte. Es fühlte sich komisch an, am Ende der Zeit nicht über das Ende der Zeit zu schreiben. Gefühlt. Und dramatisiert gesprochen.
2021 fing ja auch nicht besser an. Langsam geht es. Das Leben normalisiert sich, die Geschwindigkeit kehrt zurück. Ich habe auch Bekannte in der Pflege, die die Ganze Zeit am Limit waren, aber ich spreche für mich. Ich war wie unter einer Decke aus Schnee und konnte mich kaum bewegen, so bedrückend war diese Zeit. Dabei hat es mir weder am Essen, bin sogar dicker geworden, noch an einem Dach über den Kopf gefehlt, trotzdem hatte ich, wie viele andere, Mangel. An Mitmenschen. An Menschlichkeit. An menschlicher Nähe.
Ich schweife ab.

Nun bin ich im Hier und Jetzt angekommen. Vielleicht musste ich das mal herunter schreiben. Vielleicht fehlte mir immer ein passendes Ende für meinen alten Blog. Klar ist er nicht aus der Welt und die Artikel sind immer noch von mir, oder wenn man es etwas prosaisch ausdrücken will, ein Teil von mir, aber ich finde, einen neuen Blog zu beginnen, ist einfach ein sauberer Schnitt. Für mich. Ich habe diese Art des bloggens vermisst. Auch wenn ich gerne über persönliche Dinge geschrieben habe, ist es auch schön öffentlich zu schreiben. Ob es jemand liest oder nicht, egal. Ich formuliere meine Gedanken für mich auf die Gefahr hin, dass du sie unterhaltsam findest…