Geständnisse eines Bloggers – WordPress

Ich hatte einen Punkt bei dem Post über Netzwerke gar nicht angeschnitten. Es ist eigentlich ein wichtiger Punkt, da er auch in der Überschrift vorkommt: Bloggen und Netzwerke. Wenn man bloggt, zumindest vor einigen Jahren, waren Netzwerke wie Facebook und insbesondere Twitter wichtig. Natürlich hat man seine Artikel dort gepostet und beworben, das ist aber nur die eine Seite gewesen. Ich folgte fast allen Blogs auch auf Twitter. So habe ich immer sofort gesehen, wo es etwas neues gab. Habe zu der Zeit wesentlich somit auch mehr Blogs gelesen. Dann kam der ein oder andere Algorithmus, immer mehr Hintergrundrauschen und der Rest ist Geschichte. Heute haben sich die Lieblingsnetzwerke der Blogger geändert. Man könnte auch zerfasert sagen. Es gibt nicht mehr DAS Netzwerk, um up to date zu sein.

An dieser Stelle komme ich zu WordPress. Und vielen anderen Blogsystemen. Blogs haben von Hause aus ein wunderbares Feature, nämlich den RSS-Feed. Man kann sie dadurch abonnieren und über Feedreader lesen. Tolle Sache und es ist ein wenig wie jemanden auf Twitter zu folgen oder Fan einer Facebookseite zu sein. Einzig die Interaktion fehlt. Ich meine, damit knüpfe ich wieder an den letzten Post an. Ich bin auf der Suche nach dem Netzwerk, auf dem alle irgendwie sind. So wie früher. Mastodon war nett, aber auch sehr still, zumindest was meine Themen betrifft. Naja, und Friendica schien auch in diese Kerbe zu schlagen… bis ich herausgefunden habe, dass ich auch Blogs über den genannten RSS Feed abonnieren kann. Geht auch mit Atom. Jetzt habe ich ein Konto auf Friendica, welches ich tatsächlich auch nutze.

Bauanleitung gefunden auf: http://www.produnis.de/blog/post/2007-2020-alterkram/friendica/
Und der Feed des Friendica Accounts herausfinden: https://forum.friendi.ca/help/FAQ#rss

Der Hase liegt da im Pfeffer, wo es um die Technologie geht. RSS und Atom sind gut, warum WordPress aber nicht ActivityPub standardmäßig an Bord hat, weiß ich nicht. Es wäre für das Fediverse und die Blogs nützlich und eine Bereicherung. Es gibt aktuell ein Plugin von Matthias Pfefferle, welches in der Beta ist und ganz gut funktioniert.  Ich hatte aber ein paar Dinge, die mir noch nicht gefielen.

 

Aber WordPress an sich ist für mich nicht mehr so attraktiv wie vor einigen Jahren. Dass man vor Ewigkeiten den eigenen Linkmanager ausgebaut hat, war nicht so schlimm, soweit ich mich erinnere, war der eh nicht so gut. Dass der Gutenberg-Editor und die Blockgestaltung jetzt auch auf Widgets angewendet werden, nervt mich schon eher. Ich setz mich einmal die Woche hin und schreibe meine Gedanken runter, es ist sehr störend, wenn man sich dann plötzlich nicht mehr zurechtfindet. Natürlich kann ich mich da einarbeiten, ich finde das neue Design nur absolut hässlich und habe unter anderem deswegen keine Lust dazu. Überdies gibt es Software die eher meinen Geschmack trifft und das gleiche macht. Ich würde wohl eher wechseln. Eine Blogsoftware zu wechseln ist einfacher als ein Netzwerk.

Aber was bei Netzwerken die User sind, sind bei WordPress die kleinen Annehmlichkeiten. Eine Überfülle an Themes, Plugins und letztlich auch Simplizität. Würde ich zu einen anderen System wechseln, sähe der Blog sehr anders aus, was mir nicht gefallen würde. Noch nicht, ich probiere immer mal was aus und vielleicht finde ich noch das richtige für mich.