Eine Ausgabe, sie zu lesen, sie ewig zu fesseln – Herr der Ringe und die verschiedenen Ausgaben

Herr der Ringe ist es also nun. Ich habe nach dem ersten Buch von The Ring ein Intermezzo mit Frodo eingelegt. Vielleicht sollte ich noch mehr Bücher mit Ring im Titel lesen…

Wie dem auch sei, inhaltlich sage ich mal nichts zum Buch. Mir ist in einem Gespräch aber etwas aufgefallen, es lief ungefähr so ab, dass mein Gegenüber die rote Ausgabe lesen wollte, ich wollte den Herrn auch mal wieder lesen und sagte, dass ich die grüne Ausgabe lesen würde, weil mir die Übersetzung von Carroux  besser gefiele. Die rote Ausgabe sei aber die Übersetzung von Carroux und die grüne die von Krege, so entgegnete man mir.

Natürlich ist beides richtig, nur wer kein wirklicher Sammler oder sonst wie in der Thematik ist, kommt durcheinander.

Ich besitze eine grüne Ausgabe aus den 90ern, die ich damals schon gebraucht gekauft habe.

Alle grünen Ausgaben
v.l.n.r. Alte (legendäre) grüne Ausgabe von Margaret Carroux in alter Rechtschreibung, Neuübersetzung von Wolfgang Krege, überarbeitete Krege Übersetzung

Die ganz alte grüne Ausgabe gibt es auch mit grünen Schnitt. Allen Ausgaben ist gemein, das die Anhänge nicht enthalten sind.

Und es gibt auch drei rote Ausgaben, wobei ich nur zwei besitze.

links Krege, rechts Carroux überarbeitete Ausgabe

Die roten Ausgaben enthalten die Anhänge. Es gibt noch eine ältere Ausgabe von 1991 in der Übersetzung von Carroux.

 

Zu den Übersetzungen

Wolfgang Krege ist meiner Ansicht nach mit seiner Übertragung ins Deutsche gescheitert. Krege ist trotzdem jemand, dem Tolkien Leser viel zu danken haben und dem man mit Respekt gegenübertreten sollte, ob seiner Kenntnisse der Materie oder seiner vielen anderen Übertragungen, Allerdings gebe ich gerne zu, dass die neuste grüne Ausgabe mit einer Überarbeitung seiner Übersetzung eine ist, die man gut lesen kann. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Carroux benutzte hingegen eine sehr getragene Sprache. Dabei konnte sie sich auch direkt mit Tolkien austauschen. Tolkien, Philologe, der alte europäische Sagen in seinem Epos verwob, dem Sprache, ihre Herkunft und Entwicklung begeisterte, möchte ich lieber in Worten lesen, die an alte Erzählungen erinnern, als an Kinder- und Jugendbücher der 90er. Übrigens wurde auch die Carroux Ausgabe überarbeitet. Die Übersetzungen kann man am Titel des dritten Bandes erkennen: Die Rückkehr des Königs = Carroux und Krege bearbeitet, Die Wiederkehr des Königs = Krege alt.

Ich habe auch noch ein, zwei weitere Ausgaben… hust… allerdings denke ich, die grüne und rote Ausgabe sind so eine Art Konstante und gute Orientierung. Persönlich lese ich lieber die drei broschierten Bücher, optisch finde ich das gebundene Buch besser. Ist mir nur zu unhandlich :).

Eine tolle Aufstellung aller deutschen Ausgaben findet man bei Tims Tolkien Tempel.

Kôji Suzuki – The Ring

Bevor ich zum Inhalt komme, gibt es zwei Sachen, die mir aufgefallen sind. Das Cover: Der neue Meister der Spannung – Japans Antwort auf Stephen King. Das Verlage ihre Bücher auch vermarkten, ist klar. Somit ist der erste Satz geschenkt, aber der Vergleich mit Stephen King ist nervig. Das Buch ist nun fast 20 Jahre alt und damals war das vielleicht clever, weil Kings Bücher ebenfalls bei Heyne erschienen. Eine Art Crossmarketing.  Keine Ahnung. Aber The Ring und Kôji Suzuki haben nichts mit King zu tun. Das Buch ist spannend, die Geschichte verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten, Suzuki ist kein Vielschreiber und bei weitem weniger erfolgreich, wenn man nur die Auflagenzahlen vergleicht. Die Leute die King lieben, werden hier wahrscheinlich nicht glücklich und diejenigen die King eher ungut finden, könnten abgeschreckt werden. Daher wohl auch die Weisheit, dass man ein Buch nie nach seinem Umschlag beurteilen soll.

Zweiter Punkt sind die Rechtschreib- bzw. Setzfehler. Insbesondere im ersten Drittel. Im späteren Verlauf habe ich es nicht mehr bemerkt. Ich bin kein Pedant, ich überlese die meisten reinen Rechtschreibfehler, aber wenn es mich ständig aus dem Lesefluss reißt, ist es ärgerlich.

Inhaltlich geht es um einen Journalisten, der mehr oder weniger durch Zufall auf die Tode vierer Schüler aufmerksam wird. Alle starben zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten an einem Herzversagen. Er recherchiert und findet eine Gemeinsamkeit: Die Jugendlichen haben sich zusammen ein Video angesehen. Nachdem auch der Reporter den Inhalt des Films kennt, beschleicht ihm die Angst, dass es in irgendeiner Weise mit dem Tod der Heranwachsenden zu tun hat und er vielleicht auch sterben könnte.

TitelThe Ring (jap. Titel: Ringu)
AutorKôji Suzuki
Übersetzer(aus dem Amerikanischen) Bernhard Liessen und Katrin Marburger
Seiten301
ISBN978-3453866799
VerlagHeyne
ErschienenFebruar 2003

Read more „Kôji Suzuki – The Ring“

The Ring: Anfang

Gestern habe ich nun wirklich mit The Ring angefangen. Langes Wochenende… wie schon seit einem Jahr. Egal. Das Buch ist ein page-turner, als ich die ersten Seiten gelesen hatte, konnte mich nur noch meine extreme Müdigkeit vom Weiterlesen abbringen. Inhaltlich will und kann ich noch nicht viel sagen. Aber es gibt einige Dinge, die mir zu der Reihe aufgefallen sind.

 

  1. Die Bücher (1-3) sind aus dem Amerikanischen übersetzt. Somit ist meine Heyne Ausgabe eine Übersetzung einer Übersetzung. Sprachlich ist es wohl etwas fern vom Original, nehme ich zumindest an, tut dem Buch aber auch nicht weh. Es liest sich flüssig.
  2. Die deutsche bzw. eine deutsche Auflage scheint abverkauft zu sein. Meine drei Bücher hatte ich schon vor Monaten gebraucht gekauft. Bei nochmaligen Stöbern auf den einschlägigen Seiten, konnte ich keine Neuauflage entdecken. Gebraucht sind sie aber noch gut zu bekommen. Und das bringt mich zu
  3. The Ring: 0 birthday ist ein vierter Teil der Reihe, der aber wohl aus Kurzgeschichten besteht und die einzelnen Begebenheiten in der Trilogie ergänzt. Ich habe mir ein Exemplar gesichert und bin gespannt.

Bislang habe ich keinen Film der Reihe gesehen. Ich kenne einige Szenen oder Ausschnitte durch Youtube das wars aber auch  Dem groben Inhalt konnte ich mich natürlich nicht entziehen, bin aber nicht hart gespoilert…